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Bestattung in Pashupatinath-Kathmandu, Nepal

Sargatelier©_Tempel Kathmandu
Sargatelier©_Tempel Kathmandu

2009 führte mich mein Leben in das Gebirge Nepals, um in den sich weit erstreckenden Massiven des Himalayas, zu wandern. Ich wurde eingeladen Pashupatinath zu besuchen einen Hindu Tempel östlich von Kathmandu. Bei meiner Ankunft waren bereits viele Menschen in und um den Tempel anzutreffen.

Ich, als nicht Hindu, durfte ihn nicht betreten, sondern nur gegenüber auf der anderen Seite des Bagmati Flusses stehen. In Pashupatinath werden unter anderem die traditionellen Hindubestattungen, in Form von Einäscherungen, abgehalten.

Sargatelier©Bestattung_Tempel Pashupatinath Nepal
Sargatelier©Bestattung_Tempel Pashupatinath Nepal

Vor Ort wurde mir erklärt, dass die Kastenangehörigkeit den Platz der Bestattung bestimmt. Das heißt je höher die Kaste desto näher werden die Verstorbenen beim Zentrum des Tempels eingeäschert.

Am Tag meines Besuches wurde ein  Polizeioffizier beerdigt. Er hatte sein Leben  bei einem Verkehrsunfall verloren. Die Familie kam und errichtete einen Holzstapel für die Einäscherung, welcher im Anschluss mit Blumen geschmückt wurde.

Sargatelier©Bestattung_Tempel Pashupatinath Nepal
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Der Verstorbene war in ein farbenprächtiges Tuch eingebunden. Blumen, Blüten und wahrscheinlich auch Öle wurden am Bagmati Fluss von der Familie beigegeben.

Der Verstorbene wurde von der Familie dreimal um den Holzstapel getragen und mit Stroh bedeckt. Dann wurde das Feuer mit einer kleinen Schale in seinem Mund entzündet. Man sagte mir, dass im Glauben der Hindus die Seele über den Mund entweicht und zwei Wochen umherstreift.

Sargatelier©Bestattung_Tempel Pashupatinath Nepal
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Nach dieser Zeit wandert die Seele in einen neuen Körper und reinkarniert. Abhängig vom Karma kann dies Mensch, Tier, Pflanze oder Einzeller sein. Während dieses Prozesses sind die engsten Angehörigen unter sich, „unberührbar“ und kochen ihr Essen selbst.

Nach der Einäscherung darf alles in den Bagmati Fluss übergehen.
Sargatelier©Bestattung_Tempel Pashupatinath Nepal

2009 litt Nepal unter einer Wasserknappheit, der Bagmati Fluss trug wenig Wasser und war somit stark verschmutzt. Der Fluss wurde von Polizisten, Militär, SchülerInnen und Menschen vor Ort so gut wie möglich gereinigt.
Dankbar für die Einblicke in eine andere Bestattungskultur, die ich erleben durfte, verließ ich Pashupatinath mit den  Gedanken daran, wie viel wir voneinander lernen können um mit Verlust und Trauer umzugehen.

Sargatelier©Bestattung_Tempel Pashupatinath Nepal
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